Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst

Beim Fahrrad kann ein abgefahrener Reifen mehr oder weniger schwerwiegende Folgen haben. Du kannst die Bodenhaftung verlieren, stürzen oder eine Reifenpanne haben. Um diese Risiken zu reduzieren, haben wir ein paar Tipps für dich vorbereitet, die dir helfen, die Abnutzung deiner Reifen richtig einzuschätzen.

Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst

Keine Angst: Ein abgenutzter Fahrradreifen ist leicht zu erkennen.

Bist du bereit, deine Reifen zu prüfen? Wir stellen dir 3 einfache Schritte vor, mit deren Hilfe du prüfen kannst, ob die Reifen an deinem Fahrrad gewechselt werden müssen. Unsere Methode ist schnell und kann bei MTB, Rennrad, Gravelbike, Trekkingbike, City-Bike, Faltrad, BMX usw. genutzt werden kann.

Schritt 1: In welchem Allgemeinzustand befindet sich der Reifen?

Reifen befinden sich in direktem Kontakt mit dem Boden. Da sie von entscheidender Bedeutung für deine Sicherheit sind, musst du ihren Zustand regelmäßig und vor jeder Fahrt überprüfen. Nach einem schnellen Blick auf die Reifen insgesamt hast du schon eine erste allgemeine Vorstellung von ihrem Zustand.

Ist mein Fahrradreifen teilweise abgenutzt? Oder ist er vollständig abgenutzt?


Die Regel ist ganz einfach: 

Ein Reifen, bei dem Abnutzungserscheinungen erkennbar sind, muss genau überwacht und darf nicht zu spät ausgetauscht werden. 

Bei Disziplinen wie dem Mountainbiken, Rennradfahren oder Gravelbiken gilt dies in besonderem Maße.

Anschließend kannst du zwei Reifenteile genauer unter die Lupe nehmen:

> Die Lauffläche (der Teil mit Profil bzw. Stollen, der in Kontakt mit dem Boden ist)

> Die Reifenflanken (die senkrecht zum Boden stehenden seitlichen Teile des Reifens).

Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst

Schritt 2: Ist die Lauffläche eines Reifens abgenutzt?

Bei der Lauffläche handelt es sich um den Bereich des Reifens, der direkten Kontakt mit dem Boden hat. Aus diesem Grund ist es ganz normal, dass sich die Lauffläche abnutzt. Betrachte die Mitte deines Reifens ganz genau, um festzustellen, ob sie abgenutzt ist.

1. Kannst du die unter der Lauffläche liegende Schutzschicht (bzw. Gürtellage) erkennen?

In diesem Fall empfehlen wir dir dringend, den Reifen zu wechseln. Die Schutzschicht ist leicht zu erkennen, da sie in der Regel in einer anderen Farbe als schwarz gehalten ist. 
Wenn diese Schutzschicht sichtbar ist, bietet der Reifen keinen ausreichenden Pannenschutz mehr. Somit ist der Reifen nicht mehr sicher.

Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst

2. Ist das Profil (bzw. das Muster) deines Fahrradreifens verschwunden?

Wir empfehlen dir, deinen Fahrradreifen zu wechseln. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Schutzschicht zu sehen ist. Daher ist es sinnvoll unnütze Risiken zu vermeiden und schon jetzt einen Wechsel durchzuführen.

Als Beispiel siehst du hier einen MTB-Reifen, bei dem das Mittelprofil nicht mehr sichtbar ist, im Vergleich zu einem Originalreifen. Häufig nutzt sich das Hinterrad schneller ab, da wir mehr mit der Hinterradbremse (und somit mit dem Hinterrad) bremsen.

3. Du kannst das Profil deines Reifens noch erkennen?

In diesem Fall ist dein Reifen „teilweise abgenutzt“. Daher musst du deine Reifen (vorne wie hinten) genau beobachten. Häufig wirst du während einer Tour feststellen, dass der Zeitpunkt zum Wechseln gekommen ist. Es kann beispielsweise vorkommen, dass Bremsvorgänge weniger effizient werden oder du leichter wegrutschst – insbesondere bei Regen.

Unser Tipp: Vergleiche deinen Hinterreifen mit deinem Vorderreifen, um wie hier auf dem Foto das Abnutzungsniveau festzustellen.

Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst

Die Abnutzung von MTB-Reifen im Fokus

MTB-Reifen sind mit Stollen in der Mitte (für eine gute Fortbewegung) und an den Seiten ausgestattet (für Haftung in technisch anspruchsvollen und schlammigen Kurven). Die Mittelstollen nutzen sich schneller als die seitlichen Stollen ab.

Wie bei einem Auto nimmt die Dicke der im Kontakt mit dem Boden stehenden Mittelstollen aufgrund des Fahrens ab. Das Gummi wird immer dünner.

Die seitlichen Stollen neigen hingegen eher dazu, abzureißen. Im Laufe der Zeit nutzen sich die seitlichen Stollen ab und du stellst dich beim Steuern unbewusst darauf ein. Achte auf ungewöhnliches Wegrutschen deiner Reifen bzw. nachlassende Haftung, da dies Anzeichen für das Ende der Nutzungsdauer eines Reifens sein können.

Außerdem solltest du wissen, dass die seitlichen Stollen weicher als die Mittelstollen sind (insbesondere bei hochwertigen Reifen). Je weicher das Gummi, desto leichter nutzen sich die seitlichen Stollen natürlich ab und können insbesondere in steinigem Gelände abreißen.

Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst
Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst

Die Abnutzung von Rennradreifen im Fokus

Wenn du die Pannenschutzverstärkung siehst (erkennbar durch eine Farbveränderung der Lauffläche), solltest du deinen Rennradreifen unverzüglich wechseln.

Je nach Marke und Einsatzbedingungen deiner Reifen gibt es unterschiedliche Anzeichen für einen Verschleiß, die dich alarmieren sollten.

> Du stellst fest, dass die Lauffläche deiner Reifen abgefahren ist? Dann wird es Zeit für einen Reifenwechsel.

> Du bemerkst oberflächliche Risse bzw. Haarrisse oder einen vorzeitigen Verschleiß? Deine Reifen müssen ersetzt werden.

Wenn du zu Hause einen Rollentrainer verwendest, um dich fit zu halten, solltest du am Hinterrad einen speziellen Reifen verwenden... Ein normaler Reifen wäre nach nur wenigen Trainingseinheiten abgenutzt!

Die Abnutzung von Gravel-Reifen im Fokus

Bei Reifen mit Stollen

Stollenreifen für Gravelbikes sind in der Mitte und an den Seiten mit Stollen ausgestattet.  Wenn du die Stollen in der Mitte nicht mehr siehst, ist dein Reifen abgenutzt und du musst ihn wechseln, da er keine gute Haftung mehr hat. Dasselbe gilt, falls bei einer heftigen Tour seitliche Stollen abgerissen sind.


Bei Semi-Slick-Reifen

Semi-Slick-Reifen sind seitlich mit Stollen ausgestattet, aber nicht in der Mitte. Wenn die Karkasse des Reifens sichtbar wird, ist es an der Zeit, ihn zu wechseln!

Auch abgerissene seitliche Stollen sind ein Zeichen, dass die Zeit für einen Reifenwechsel gekommen ist.

Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst

Schritt 3: Sind die Reifenflanken abgenutzt?

An den Reifenflanken findet keine natürliche Abnutzung statt. Vielmehr kommt es hierzu nur aufgrund eines „Unfalls“. Es gilt, die Reifenflanken nach ungewöhnlichen Stellen abzusuchen. Schaue genau, ob du Schnitte oder Verformungen erkennen kannst. Um nichts zu vergessen, solltest du dir die folgenden Fragen stellen:

1. Weist dein Reifen Risse oder Schnitte auf?

Suche die Reifenflanken nach möglichen Rissen, Schnitten oder sogar Löchern ab. Wenn du fündig wirst, bedeutet dies, dass dein Reifen beeinträchtigt ist und umgehend ausgetauscht werden muss. Es kann sogar vorkommen, dass du deinen Schlauch siehst. In diesem Fall liegt ein stark erhöhtes Pannenrisiko vor.

Radfahrer mit Tubeless-Reifen haben die Möglichkeit, einen Schnitt mithilfe eines Reparatursets zu reparieren. Sei dir aber bewusst, dass dies lediglich ein provisorische Lösung darstellt ;)

2. Weist dein Reifen ungewöhnliche Veränderungen oder Risse auf?

Wenn ja, solltest du den Reifen unverzüglich wechseln. Durch das Fahren mit zu wenig Reifendruck kann der Verschleiß deines Fahrradreifen stark zunehmen. Verformungen und Risse hängen häufig mit dem gefahrenen Reifendruck zusammen. In der Regel ist ein zu niedriger Druck hierfür verantwortlich.

Du solltest den Luftdruck deiner Reifen mindestens einmal im Monat und vor jeder Tour prüfen.

Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst

3. Ist dein Reifen ausgetrocknet?

Ein Fahrradreifen, der den Elementen ausgesetzt ist und draußen gelagert wird, kann austrocknen und im Bereich der Flanken brüchig werden.

Reibe mit deinem Finger über den unteren Reifenbereich (häufig beige gefärbt). Wenn hierbei Material abbröckelt, ist der Reifen verschlissen. In diesem Fall empfehlen wir dir, den Reifen zu wechseln und das Fahrrad, wenn möglich, gut geschützt zu lagern.

2 Tipps zum Schutz deiner Reifen

Je nach Reifenhersteller (Btwin, Rockrider, Michelin, Hutchinson, Vittoria...) und Art des Fahrrads (MTB, City-Bike, Rennrad usw.) unterscheidet sich die Langlebigkeit der Reifen. Die Lebensdauer der Reifen kann dabei von einigen hundert bis zu 10.000 Kilometern betragen, wobei der Unterschied aufgrund der Nutzungsart, Intensität und Qualität des verwendeten Reifens zustande kommt.

Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst

1. Nie mit zu wenig Luftdruck fahren

Es ist wichtig, Fahrradreifen richtig und regelmäßig aufzupumpen. Viele Reifen weisen nur deshalb eine kurze Lebensdauer auf, weil sie nicht richtig aufgepumpt werden. Tag für Tag nimmt der Druck in deinen Reifen ab, was völlig normal ist… Ein nicht ausreichend aufgepumpter Reifen verformt sich leicht, altert frühzeitig und weist schnell Risse an den Flanken auf.

Unser Tipp:

Prüfe deinen Reifendruck mindestens einmal pro Monat und passe ihn bei Bedarf an. 
Du kannst dir auch einfach angewöhnen, die Reifen vor jeder Tour schnell zu prüfen.

2. Das Fahrrad geschützt lagern


Unser zweiter Tipp lautet: Bewahre dein Fahrrad geschützt vor schlechtem Wetter bzw. klimatischen Bedingungen auf. Wenn du dies beherzigst, erhöhst du nicht nur die Lebensdauer deiner Reifen, sondern auch die aller weiteren Komponenten.

Das Gummi deiner Reifen reagiert besonders empfindlich auf Temperaturen. Es kommt häufig vor, dass ein Reifen eines im Freien gelagerten Fahrrads „austrocknet“. 

Woran du einen abgefahrenen Reifen erkennst

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass du dir deine Reifen zunächst ganz allgemein betrachten solltest, bevor du anschließend den mittleren Bereich (die Lauffläche) prüfst, um das Abnutzungsniveau deiner Reifen zu bestimmen. Abschließend wirfst du einen Blick auf die Flanken, um dort eventuelle ungewöhnliche Veränderungen festzustellen.

Das Ganze dauert nur ein paar Minuten!