Kletterparcours für kinder einfach selber bauen

Ob Niedrigseilgarten, Klettergerüst oder Kletterturm: So verwandelst du deinen Garten in ein echtes Kinder-Kletterparadies.

Kletterparcours für Kinder einfach selber bauen

Genau wie das Laufen, Rennen und Springen steht auch das Klettern bei vielen Kindern hoch im Kurs. Insbesondere bewegungsfreudige und extrovertierte Kids wollen oft schon früh hoch hinaus und kommen beim Balancieren, Schaukeln und Schwingen voll auf ihre Kosten. Aber auch weniger temperamentvolle Jungen und Mädchen können von den zahlreichen Vorzügen des Kletterns profitieren: Das Überwinden und Erklimmen von Hindernissen fördert sowohl Konzentration, Geschicklichkeit und Gleichgewichtssinn als auch Kraft und Körperspannung - und ist damit ein willkommenes Ganzkörpertraining für die heutige „Generation Bildschirm“. Darüber hinaus lernen die Kinder spielerisch, sich selbst und anderen zu vertrauen, Rücksicht auf andere zu nehmen und über sich selbst hinauszuwachsen. Um den Kindern auch im hektischen Alltag hin und wieder die Gelegenheit zum Klettern zu geben, ist ein Kletterparcours im eigenen Garten ideal. In diesem Artikel erfährst du, wie du mit wenigen Mitteln ein kindgerechtes Kletterparadies erschaffen kannst. 

Der niedrigseilgarten - der kleine bruder des hochseilgartens 

Unter einem Niedrigseilgarten versteht man einen aus mehreren, zwischen Bäumen oder Pfählen gespannten Seilelementen bestehenden Hindernisparcours. Im Gegensatz zu den allseits bekannten Hochseilgärten, klettert man hier jedoch in Schritthöhe, sodass es keiner zusätzlichen Sicherung durch einen Klettergurt bedarf. Zudem steht hier statt sportlicher Leistungen vor allem das soziale Miteinander im Vordergrund. Ein Niedrigseilgarten bietet somit optimale Voraussetzungen, damit gerade kleinere Kinder erste Klettererfahrungen sammeln und ganz nebenbei soziale Kompetenzen entwickeln können. Auch das Klettern ohne die elterliche Aufsicht ist hier problemlos möglich. Wer über ausreichend Platz, handwerkliches Geschick sowie das nötige Know-how verfügt, kann sich auch ganz einfach einen eigenen Kletterparcours errichten, beispielsweise innerhalb des eigenen Gartens:

1. Das richtige Material: 
Für den Bau des Grundgerüsts werden mehrere, gerade Baumstämme oder Pfähle benötigt. Diese werden mit diversen Balken, Tauen/Seilen sowie anderen Kletterelementen bestückt.

2. Vorbereitung
Bevor du mit dem eigentlichen Bau der Kletteranlage beginnen kannst, müssen die Baumstämme als erstes von der Rinde befreit werden und mit einem geeigneten Holzschutzmittel behandelt werden. Kommen stattdessen künstliche Pfähle zum Einsatz, sollest du darauf achten, dass diese nicht splittern und die Oberfläche ggf. abschleifen, ehe das entsprechende Präparat aufgetragen wird.

3. Errichten des Grundgerüsts
Für einen bestmöglichen Halt werden die Stämme/Pfähle nun zusammen mit verzinkten, witterungsbeständigen Erdhülsen etwa einen halben Meter tief in den Boden eingegraben Je nachdem, wie lang die Strecke sein soll, die die Kinder an einer einzelnen Kletterstation zurücklegen müssen, sollten zwischen den einzelnen Pfählen einige Meter Abstand gelassen werden.

4. Um der Pfahlkonstruktion etwas mehr Stabilität zu verleihen, werden im Anschluss daran mehrere stützende Querbalken angebracht und fest mit den Holzpfählen/-Stämmen verschraubt.

5. Im letzten Schritt werden die verschiedenen Taue, Sportseile und Klettelemente an den Pfählen befestigt, wobei eine Seilmanschette die Höhe des Seils markiert.

6. Optional: 
An heißen Sommertagen sorgt ein Sonnendach oder Sonnensegel für eine Beschattung des Mini-Kletterparks. 

Klettergerüst & kletterturm: die kompakte alternative zum seilgarten 

Nicht alle haben genügend Platz für den Bau eines kompletten Klettergartens. Klettergerüste oder Klettertürme sind in diesem Fall eine gute Lösung, vor allem dann, wenn der nächstgelegene öffentliche Kinderspielplatz mehrere Kilometer entfernt ist. Was das benötigte Baumaterial angeht, unterscheiden sich Seilgarten und Klettergerüst kaum voneinander:

Die Holzkonstruktion:
So sollte auch ein Klettergerüst oder Kletterturm aus stabilem und witterungsbeständigem Holz gefertigt sein, um sowohl Minusgrade als auch glühende Sommerhitze problemlos zu überstehen. Zu diesem Zweck kann die Oberfläche des Holzes mit einer speziellen Lasur oder Farbe behandelt werden. Im Vorfeld ist es wiederum sinnvoll, das Holz gründlich abzuschleifen, um einem Splittern entgegenzuwirken.

Die Schrauben:
Bei der Verwendung von Eichenholz solltest du darauf achten, ausschließlich Schrauben aus Edelstahl zu verwenden, weil schwarzer Stahl in dieser Kombination sonst leicht zu rosten beginnt. Natürlich kannst du alternativ auch einen Korrosionsschutz auftragen.

Kletterseile, Rutschen & Co.
Als ergänzende Spielgeräte verfügen viele Klettergerüste obendrein über weitere Kletterelemente wie Kletterseile, Rutschstangen, Hängebrücken oder Seilnetze. Aber auch Rutschen, Schaukeln oder eine zusätzliche Outdoor-Kletterwand kommen bei den meisten Kindern gut an. Hierbei solltest du aus Sicherheitsgründen unbedingt Kletterseile mit einem einschlägigen Prüfsiegel nutzen. Diese können entweder aus Natur- als auch aus Kunstfasern bestehen, sollten jedoch ihre Griffigkeit und Robustheit auch bei Nässe beibehalten. Da Metall sich gerade im Sommer stark aufheizt, ist ein hochwertiger, robuster Kunststoff bei der Installation einer Rutsche häufig die bessere Wahl.

Um den perfekten Standort für das Klettergerüst oder den Kletterturm zu finden, müssen mehrere Faktoren berücksichtig werden:

Sonneneinstrahlung:
Wähle im Idealfall einen Platz im Schatten oder Halbschatten oder überprüfe, ob am gewünschten Ort das Anbringen eines Sonnensegels möglich ist.

Ausreichend Platz:
Für einen gefahrlosen Zugang sollte die Kletteranlage, wenn möglich, freistehen. Eine Freifläche von 2 Metern um das Gerüst herum gilt hierbei als das absolute Minimum.

Untergrund:
Aus Sicherheitsgründen darf ein Klettergerüst oder Kletterturm nur auf nachgiebigen Untergründen errichtet werden. Infrage kommen beispielsweise Rindenmulch, Rasen oder auch spezielle Gummimatten. Pflastersteine oder Beton sind aufgrund des immensen Verletzungsrisikos hingegen ein absolutes No-Go.


Ist der richtige Standplatz gefunden, geht es im nächsten Schritt darum, die Gesamtfläche des Gerüstes genau abzumessen. Die Umrisse können anschließend markiert werden (z.B. mit Seilen oder Bändern). Darauf aufbauend kannst du schließlich eine maßstabsgetreue Skizze erstellen, die dir wiederum als Grundlage für deine Material- bzw. Einkaufsliste dient. Damit das fertige Gerüst später auch stärkeren Belastungen standhält, müssen die Holzstützen zunächst auf ein solides Fundament gestellt werden. Dabei gehst du wie folgt vor:

Schritt 1:
Entferne die Grasnabe (die einzelnen Rasenstücke sollten für spätere Zwecke aufbewahrt werden).

Schritt 2:
Grabe mehrere Löcher. Die Tiefe der Löcher ist dabei abhängig vom verwendeten Bodenanker. So sollte das Loch etwa 25 cm tiefer ausgehoben werden als der Bodenanker lang ist.

Schritt 3:
Fülle das Loch zu 29 cm mit grobem Schotter auf, sodass sich dort später kein Wasser ansammeln kann.

Schritt 4:
Damit die Abstände zwischen den Stützen in etwa gleich groß sind, werden die senkrechten Pfeiler mit Querbalken verbunden.

Schritt 5:
Stelle die Holzstützen, zusammen mit den dazugehörigen Bodenanker, in das Loch. Unter dem Anker sollte ein Hohlraum von ca. 5 cm verbleiben. Lege hierfür ein dünnes Holzbrett direkt unter den Stützanker.

Schritt 6:
Mit so genanntem Schnellbeton werden die Stützen nun samt Bodenankern schichtweise einbetoniert. Eine Schicht sollte dabei etwa 20 cm dick sein. Erst wenn die Bodenanker komplett mit Beton bedeckt sind, kannst du die letzte Betonschicht mit einer Maurerkelle abziehen.

Schritt 7:
Sobald der Beton vollständig ausgehärtet ist (Schnellbeton hat eine Trockenzeit von ca. 24 h), können die alten Rasenstücke mit etwas Erde über den Beton gelegt werden. Hast du dich für einen anderen Untergrund entschieden, ist jetzt ebenfalls der Zeitpunkt, um den Rindenmulch zu verteilen oder die Bodenmatten auszulegen.

Steht das Grundgerüst, können Kletterseile, Rutschen und Co. montiert werden.